SWC Berlin Tag 1: Weltrekorde wackelten

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Das erste Finale des FINA/airweave Schwimm-Weltcups 2017 in Berlin im Zuge der Abendsession am heutigen Sonntag war an Spannung kaum zu übertreffen: Der Russe Kirill Prigoda (56,35s) schlug gerade mal mit einem Wimpernschlag von drei Hundertstelsekunden Vorsprung vor Cameron van der Burgh (RSA/ 56,38s) als Erster an, Ilya Shymanovich BLR/56,57s) sicherte sich Bronze.

Die Schwedin Sarah Sjöström (24,57s) konnte Ihrer Favoritenrolle über 50 Meter Schmetterling voll gerecht werden und so die beiden Niederländerinnen Ranomi Kromowidjojo (24,95s) und Maaike de Waard (25,24s) auf die Plätze verweisen. Es gelang ihr allerdings nicht, ihre Zeit aus dem Vorlauf weiter zu unterbieten, um den im November 2009 von ihrer Landsfrau Therese Alshammar aufgestellten Weltrekord anzugreifen. Ihr Kollege aus der Auftakt-Pressekonferenz, Chad Le Clos (RSA), schwamm ein paar Rennen später über dieselbe Strecke und sicherte sich in 22,32 Sekunden ebenfalls Gold, dicht gefolgt von Yauhen Tsurkin (BLR/22,49s) und Adam Barrett (GBR/22,53s). Er bestätigte damit nochmals dem Publikum, wie gerne er hier in Berlin schwimmt.

Beide auf die 50 Meter Schmetterling der Frauen folgende Rennen hielten jeweils einen neuen Weltcup-Rekord bereit: Vladimir Morozov (RUS) unterbot den bestehenden Rekord int einer Zeit von 45,23 Sekunden über 100 Meter Freistil-Distanz, ihm folgten Chad Le Clos (RSA/45,78s) und Kacper Majchrzak (POL/46,19s). „Iron Lady“ Katinka Hosszu bestritt die 400 Meter Lagen (HUN/4:19,82) nahezu allein auf weiter Flur und war lange Zeit auf Weltrekordkurs, verfehlte ihren eigenen Rekord letztendlich jedoch um knapp Vierzehntelsekunden. Die Spanierin Mireia Belmonta schwamm zu Silber (4:22,55 Min.), für die Australierin Blair Evans reichte es mit knapp zehn Sekunden Rückstand auf die Siegerin für Bronze (4:29,56).

Gold über 200 Meter beziehungsweise 50 Meter sicherten sich der Pole Radoslaw Kawcki (1:48,20) und die Australierin Emily Seebohm (26,15s). Masaki Kaneko (JAP/1:49,11) und Christian Erik Diener (GER/1:49,30) komplettierten das Medaillentrio der Männer, während sich bei den Frauen die Niederländerinnen Kira Toussaint (26,24s) und Maaike de Waard (26,55s) mit auf das Podium gesellten.

Sarah Sjöström (SWE/1:51,56) bestätigte ihre derzeit gute Form mit einer weiteren goldmedaillenreifen Performance über 200 Meter Freistil, hier waren ihr Silbermedaillengewinnerin Federica Pellegrini (ITA/1:52,05) und Femke Heemskerk (NED/1:52,23) jedoch knapp auf den Fersen. Um einiges deutlicher war der Vorsprung von Gabriele Detti (ITA/14:18.33) vor dem Norweger Henrik Christiansen (Silber/14:21,53) und dem Polen Wojciech Wojdak (Bronze/14:30.57) auf der längsten Distanz, den 1500 Metern Freistil.

Berlins Weltcup-Dauergast aus Jamaika, Alia Atkinson, brachte die Reihenfolge aus dem Vorlauf im Finale über 200 Meter Brust noch einmal durcheinander und schwamm in 2:18,56 Minuten zu Gold, Silber ging an die Dänin Rikke Pedersen (2:19,52), Bronze nach Belgien (Fanny Lecluyse/2:19,96).

Im letzten Einzelrennen des Tages, den 200 Metern Lagen, gab Philip Heintz (GER/1:52,64) dem heimischen Publikum mit seinem deutlichen Sieg Grund zur Freude. Im Gegensatz zum knappen Golderfolg über 100m Brust reichte es für den Russen Kirill Prigoda (1:54,05) hier nur zu Silber, Kenneth To (Hongkong) schwamm zu Bronze (1:54,97).
Den Abschluss bildete das Rennen der 4x50m-Mixed-Lagenstaffeln. Ein Event, der stets Spannung sowohl für die Teilnehmenden selbst als auch für Zuschauer verspricht, da aufgrund der vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten hinsichtlich der Aufstellung der Rennverlauf eigentlich keine Schlüsse auf den späteren Sieger zulässt, sondern dieser erst am Ende ausmachbar ist. Das Team der Niederlande bestätigte mit dem Sieg (1:38,41 Min.) den über den kompletten Wettkampftag vermittelten guten Eindruck. Die Staffel aus Finnland schwamm zu Silber (1:38,71), das Team aus Polen sicherte sich die Bronzemedaille (1:39,70).


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